Allgemeine Finanzinformationen für Deutschland. Konditionen, steuerliche Regeln und persönliche Voraussetzungen können sich unterscheiden. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.
Für eine größere Anschaffung brauchst du zwei Zahlen: den Betrag, der nach deinem Eigenanteil noch fehlt, und eine Monatsrate, die in dein Budget passt. Der fehlende Betrag bestimmt die nötige Kreditsumme; die Rate zeigt, was du dir dauerhaft leisten kannst.
Zieh vom Kaufpreis nur die Ersparnisse und anderen Mittel ab, die du einsetzen willst. Berechne dann anhand deiner Einnahmen, Ausgaben und Rücklagen eine tragbare Rate. Danach kannst du konkrete Angebote vergleichen.
Den Fehlbetrag berechnen
Eine einfache Haushaltsrechnung lautet:
Den Finanzierungsbedarf berechnest du, indem du die dafür vorgesehenen eigenen Mittel von den Anschaffungskosten insgesamt abziehst.
Zu den Anschaffungskosten gehören neben dem Kaufpreis auch notwendige Ausgaben wie Lieferung oder Montage. Zubehör zählt dazu, wenn du es für den geplanten Zweck brauchst. Trenne solche Kosten von optionalen Extras, damit du nicht mehr finanzierst als nötig.
Als eigene Mittel zählen nur Beträge, die du tatsächlich für den Kauf einplanst. Dazu gehören deine Ersparnisse und eine Anzahlung. Auch der fest vereinbarte Wert deines alten Fahrzeugs bei einer Inzahlungnahme sowie ein gewährter Preisnachlass zählen dazu. Zieh nicht automatisch dein gesamtes Guthaben ab: Geld, das du als Reserve behalten willst, steht für die Anschaffung nicht zur Verfügung.
Die Rechnung hilft dir, den nötigen Kreditbetrag zu bestimmen. Gesetzlich vorgeschrieben ist diese Formel aber nicht. Bei einer Händlerfinanzierung oder einem zweckgebundenen Kredit gelten außerdem die Bedingungen des jeweiligen Angebots.

Eine tragbare Rate finden
Notiere für deine Haushaltsrechnung deine regelmäßigen Nettoeinnahmen und deine tatsächlichen Ausgaben. Dazu zählen Miete und Nebenkosten, Lebensmittel, Versicherungen und Mobilität. Rechne auch bestehende Kreditraten und andere feste Verpflichtungen ein. Berücksichtige auch Ausgaben, die nicht jeden Monat auftreten, aber absehbar sind, etwa jährliche Rechnungen oder notwendige Reparaturen.
Zieh diese Beträge von den Einnahmen ab. Setze nicht den ganzen Rest als Kreditrate an. Lass einen Puffer für unerwartete Kosten und prüfe, ob sich deine Einnahmen oder Ausgaben absehbar ändern. Ein Haushaltsbuch hilft, unregelmäßige Ausgaben und tatsächliche Monatskosten besser zu erfassen. Auch deine bisherige Sparleistung kann zeigen, welcher Betrag regelmäßig übrig bleibt.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt für finanzielle Engpässe Rücklagen in Höhe von drei bis fünf Nettomonatseinkommen. Das ist eine Orientierung für Rücklagen, keine gesetzliche Pflicht und keine verbindliche Mindestreserve für jeden Kredit. Entscheidend ist, dass nach einer Anzahlung genug Geld für deine persönliche Situation übrig bleibt.
Durchschnittliche Konsumausgaben einordnen
Destatis weist für die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023 durchschnittliche private Konsumausgaben von 3.032 Euro je Haushalt und Monat aus. In der Tabelle nach Haushaltsgröße lagen die Durchschnittswerte zwischen 1.918 Euro für Einpersonenhaushalte und 4.995 Euro für Haushalte mit fünf oder mehr Personen. Die Tabelle war auf dem Stand vom 21. August 2026.
Diese Zahlen beschreiben Durchschnittswerte und ersetzen keine eigene Haushaltsrechnung. Wohnkosten, Lebenssituation und persönliche Ausgaben unterscheiden sich. Nutze die Statistik daher höchstens zur Einordnung, nicht als Vorgabe dafür, welche Rate du dir leisten kannst.
Kreditbetrag und Laufzeit vergleichen
Wenn du deine tragbare Monatsrate kennst, kannst du prüfen, welcher Kreditbetrag zu ihr passt. Dafür brauchst du die konkreten Kreditbedingungen. Eine längere Laufzeit senkt bei sonst gleichen Bedingungen die Monatsrate, verlängert aber den Zeitraum der Rückzahlung. Vergleiche deshalb nicht allein die Rate.
Achte auf den Nettodarlehensbetrag, den effektiven Jahreszins, die Laufzeit, die Zahl und Höhe der Raten sowie den Gesamtbetrag. Der Nettodarlehensbetrag bezeichnet die ausgezahlte Kreditsumme. Der Gesamtbetrag setzt sich aus dem Nettodarlehensbetrag und allen Kreditkosten zusammen. Diese Angaben gehören zu den vorvertraglichen Informationen für Allgemein-Verbraucherdarlehen.
Der effektive Jahreszins gibt die jährlichen Kreditkosten als Prozentsatz des Nettodarlehensbetrags an. Er umfasst bestimmte bekannte Kreditkosten, aber nicht automatisch jede Ausgabe rund um den Kauf. Kosten, die unabhängig vom Kredit anfallen, und bestimmte optionale Zusatzleistungen werden bei dieser Berechnung möglicherweise nicht berücksichtigt. Prüfe daher auch, ob neben den Raten weitere Kosten entstehen und welche Bedingungen für eine vorzeitige Rückzahlung gelten.

Welche Faustregeln für Konsumkredite nicht gelten
Die häufig genannte Grenze von 40 Prozent des Nettoeinkommens bezieht sich auf eine Faustregel, die manche Banken bei Immobilienfinanzierungen verwenden. Die Verbraucherzentrale betont, dass die persönliche Situation entscheidend bleibt. Für einen gewöhnlichen Konsumkredit ist diese Zahl keine allgemeine Obergrenze und keine individuelle Empfehlung.
Auch ein Durchschnittszins sagt nicht voraus, welches Angebot du erhältst. Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht Zeitreihen zu Effektivzinssätzen im Neugeschäft mit Konsumentenkrediten. Solche Durchschnittswerte beziehen sich auf den jeweiligen Berichtszeitraum und sind kein persönliches Kreditangebot. Vergleiche die Konditionen, die dir konkret vorliegen.
Bankprüfung und eigene Rechnung
Vor dem Abschluss eines Verbraucherdarlehens muss der Kreditgeber deine Kreditwürdigkeit prüfen. Das schreibt § 505a des Bürgerlichen Gesetzbuchs vor. Die Prüfung des Kreditgebers ersetzt deine eigene Haushaltsrechnung nicht: Eine bewilligte Rate ist kein Beleg dafür, dass sie sich dauerhaft gut in deinen Alltag einfügt.
Die Informationen und Erklärungen, die du vor Vertragsabschluss erhältst, sollen dir helfen zu beurteilen, ob der Vertrag zu deinem Vorhaben und deiner finanziellen Lage passt. Lies die Angaben zu Rate, Laufzeit und Gesamtbetrag deshalb vor dem Abschluss vollständig durch. Wenn du eine Rate nicht mehr zahlen kannst, können Mahn- und Inkassokosten hinzukommen. Setze die Rate niedriger an als deine persönliche Belastungsgrenze.
Welche Rate passt zu deiner Rechnung?
Spiele Betrag, Laufzeit und einen angenommenen Zins durch.


